Neue Fotostrecke – Dogs lost in Paradise

Neue Fotostrecke – Dogs lost in Paradise

April 2018, ich bin mit meiner kleinen Familie auf Sri Lanka. Zwei Wochen Urlaub sollen uns wieder neue Energie geben, die tropische Luft uns den Kopf frei pusten und die Freiheit des Ozeans die Sicht auf die wichtigen Dinge des Lebens lenken. Wie hätte ich auch ahnen können, was mich auf dieser Trauminsel erwartet?

 

Wie alles beginnt…

 

Auf Sri Lanka leben tausende und abertausende von Hunden. Sie leben frei und wild, sie sind das, was wir zuhause schlicht als „Straßenhunde“ bezeichnen. Aber entgegen aller Erwartungen sehe ich kein Elend, keine traurigen, vernachlässigten Hunde, sondern freie Wesen, die so voller Stolz und Natürlichkeit durch die Straßen und an den Stränden entlang spazieren. Sie ziehen mich sofort in ihren Bann. Ich kann nicht anders – ich muss versuchen mehr über sie herauszufinden.

Nach unserer Ankunft im Hotel entdecke ich am Strand eine kleine blonde Hündin. Ihr Körper ist gezeichnet von allerlei Narben, im Gesicht, an den Schenkeln, am Hals und den Pfoten. Ich bin mir sicher, sie hätte einiges zu erzählen. Diese kleine Hündin lässt mich nicht mehr los. Als ich sie abends wiedersehe, sitzt sie einfach da, mitten am Strand und schaut aufs Wasser. Wie hypnotisiert schieße ich das erste Foto. Ihr Anblick ist magisch und in diesem Moment weiß ich, dass ich sie kennenlernen möchte. Doch als ich auf sie zugehe, dreht sie sich um und geht. Ich folge ihr nicht, ich hoffe einfach sie kommt irgendwann wieder. Und das tut sie.

Ein paar Tage später treffe ich die kleine blonde Hündin wieder. Sie gräbt sich im Schatten einer Palme in den Sand ein, um etwas Schutz vor der Hitze zu finden. Nach einer gefühlten Ewigkeit in der prallen Sonne schaffe ich es schließlich, dass sie mich nah genug an sich heranlässt. Mit weichen Knien robbe ich in meinem Urlaubskleidchen durch den Sand, um sie vor den Palmen zu portraitieren. Sie lässt mich keine Sekunde aus den Augen, ist dennoch neugierig und so respektvoll, ich glaube wir sind nun Freunde…

In den nächsten Tagen lerne ich viele Hunde kennen, ich beobachte, wie Rudel junger Rüden am Strand entlangspazieren und von älteren Rüden aus ihrem Revier verjagt werden. Ich bin fasziniert davon, wie fein diese Hunde kommunizieren, was sie mit Ohren, Lefzen und Rute anstellen können und wie geschickt sie sich untereinander verständigen. Ich kann mich nicht daran erinnern dies in Deutschland in der Art und Weise jemals beobachtet zu haben. Unsere Hunde sind so gut erzogen und ich frage mich, ob wir ihnen ihre Art der Kommunikation aberzogen haben? Ein Gedanke, der sich nicht abschütteln lässt. Auf der heimischen Hundewiese wird es nicht gern gesehen, wenn ein Hund knurrt. Ein bellender Hund stört die Mitmieter. Raufereien werden meist im Keim erstickt und Kommunikationsarten aufgrund von Zuchtmerkmalen teilweise unmöglich gemacht… der Hund passt sich an. Er wird angepasst. Aber hier auf Sri Lanka haben diese Hunde eine Stimme, sie knurren und zeigen ihre Zähne, sind mal laut und ganz oft leise. Sie sind füreinander da und zeigen sich untereinander und den Menschen gegenüber so viel Respekt. Für einen kurzen Moment wünsche ich mir, meine Hündin könnte das sehen. Sie würde es lieben!

Umsetzung

 

In meinem Rucksack befinden sich neben meiner Zweitkamera nur drei Objektive, das große 70-200mm 2.8, mein 50mm 1.8 und ein Weitwinkelobjektiv für Landschaftsaufnahmen. Schließlich bin ich ja im Urlaub und die Ausrüstung sollte für ein paar Erinnerungsfotos und die geplante Safari reichen. Woher sollte ich auch wissen, dass ich mal eben ein Fotoprojekt starten würde? Das Telezoom ist auf den ersten Blick die beste Option, weil es mir die Möglichkeit gibt, aus weiter Entfernung zu fotografieren. Dies ist aber praktisch unmöglich, da immer wieder Tuc Tucs und Menschen durchs Bild wuseln. Mein Weitwinkelobjektiv nutze ich so gut wie nie für Hunde, ich mag es einfach nicht, also bliebt nur noch das 50mm. Ich ahne schnell, dass es schwer sein wird, nah genug an die Hunde heranzukommen, um mit dem 50mm gute Bilder machen zu können. Aber ich weiß auch, dass das – WENN ich es schaffen würde – ganz intensive Portraits werden könnten und nehme innerlich die Herausforderung an. Meine Hartnäckigkeit zahlt sich aus. Im Laufe der Zeit gehe ich mit vielen Hunden auf Tuchfühlung und ab und an gelingt es mir, sie auch zu portraitieren. Mit viel Geduld und ganz viel ruhigem, deutschen Gerede, bringe ich sie dazu mich nahe genug an sie heranzulassen, manche kann ich sogar streicheln. Die Einheimischen können das Ganze nicht wirklich verstehen und warnen mich nur immer wieder, dass oft Touristen gebissen werden, wenn sie Kontakt zu den Hunden suchen. Hmmm… mag sein, aber ich vertraue meiner Erfahrung im Umgang mit Hunden und meiner Fähigkeit ihre Körpersprache ziemlich gut deuten zu können.
Es gibt hier und da wirklich Hunde, die mir drohen und deutlich zeigen, was sie von uns Menschen halten. Ab und an kann ich sie besänftigen, manchmal auch nicht und das ist ok so. Ich weiß, wann ich mich zurückziehen muss.

Bildbearbeitung

 

Die Frage danach, welchen Look diese Fotostrecke bekommen soll, lässt mich lange nicht los. Ich probiere einiges aus, von matten Tönen, über den Vintagelook, bis hin zu dramatischen Schwarz-Weiß-Umsetzungen. Aber all das wird den Bildern nicht gerecht. Ich entscheide mich schließlich dazu die Bilder völlig nach Gefühl mit meinem eigenen, typischen Mareike-Workflow zu bearbeiten. Wieso sollte ich Sri Lankas Straßenhunde anders behandeln als die gut behüteten Hunde meiner Kunden? Wieso sollte ich mich verbiegen? Und wieso habe ich denn nicht sofort erkannt, was diese Fotos brauchen? Bunte, satte Farben vermitteln nun pure Lebensfreude und Energie. Die Sonne Sri Lankas soll aus diesen Bildern scheinen, Wärme verbreiten und Urlaubsfeeling vermitteln. Sri Lankas Straßenhunde sollen strahlen und majestätisch und stolz, denn genau so habe ich sie erlebt.

Gedanken und Gefühle

 

Diese Fotostrecke bedeutet mir so viel. Die Hunde Sri Lankas haben meinen Blick auf die Welt nachhaltig verändert. Was als Familienurlaub begann wurde zu einer Reise zu mir selbst.

Sri Lanka – die Insel und ihre Hunde schenkten mir Ruhe, ein Stück Wahrheit und die Erkenntnis, dass Freiheit und Liebe das sind, was im Leben wirklich zählt. Diese Hunde sind nicht unglücklich – alles, was ich bislang glaubte über Straßenhunde zu wissen, änderte sich auf einen Schlag. Und doch gab es auch Momente, in denen ich mich so hilflos fühlte. So sehr ich diesen Wesen ihre Freiheit gönnte, so sehr ich auch verstand, dass es das ist, was diese Hunde brauchen, so sehr nahm es mich mit, wenn ich kranke Hunde traf. Es fällt mir nach wie vor schwer zu akzeptieren, dass Räude oder andere Krankheiten, die so einfach zu behandeln wären, diesen starken und wilden Seelen das Leben rauben. Auf einmal fühlte ich mich machtlos, klein und unbedeutend, weil ich nicht helfen konnte, so wie ich es zuhause ohne zu zögern getan hätte.

Mit dieser Fotostrecke nehme ich euch mit auf eine Reise ins Paradies. Ein Paradies, in dem so viele Hunde einfach vergessen wurden. Ich frage mich, ob nicht genau das für sie pures Glück war. Diese Bilder sollen zeigen, dass ein Leben als Straßenhund nicht unweigerlich nur Leid bedeutet, sondern auch pure Freiheit. Eine Freiheit, wie wir sie unseren eigenen Hunden wohl niemals bieten können.
Von kleinen und großen Schwestern

Von kleinen und großen Schwestern

Labrador Nala und Schwesterchen Leya

 

Mit kleinen Schwestern ist es so eine Sache. Man braucht eine Weile, bis man sich an sie gewöhnt hat, muss akzeptieren, dass die Liebe der Eltern von nun an geteilt wird und hier und da sein Spielzeug abgeben. Was aber, wenn man weiß, dass die kleine Schwester ziemlich schnell eine ziemlich große Schwester werden wird? Egal ob nun klein oder groß, früher oder später ist es ein Segen eine Schwester zu haben und das weiß schon jedes Kind.

Ich wünschte ich hätte Nalas Gedanken lesen können, als ihr „kleines“ Schwesterchen Leya einzog. Die schöne blonde Labradorhündin, die bislang Frauchens ungeteilte Aufmerksamkeit genoss, war auf einmal in Gesellschaft eines kleinen schwarzen, ziemlich faltigen Bündels. Die Falten verrieten, dass mal eine ordentliche Portion Hund in die Haut passen müsste und so ist es auch, denn die kleine Leya mit den großen Füßen ist ein Cane Corso und wird eines Tages eine große stolze Molosserhündin werden. Ich denke mittlerweile wird Nala das gemerkt haben, dann 3 Monate nach unserem Shooting ist Leya nicht mehr die Kleine in der Familie ;).

Leya war für mich ein besonderer Welpe. Nicht nur, weil Cane Corsos in Deutschland recht selten sind, sondern auch, weil sie einer der ruhigsten und ausgeglichensten Welpen war, den ich je gesehen hatte. Sie hatte ein solches Urvertrauen in ihre Menschen, war die Ruhe selbst, schnüffelte hier und da und versuchte immer wieder Nala zum Spielen aufzufordern. Es war einfach nur schön ihr zuzuschauen. Und weil das Shooting und die Umgebung für die kleine Leya so aufregend waren, schlief die Maus am Ende kurzerhand in Herrchens Armen ein.

Ich plane meine Shootings immer ganz individuell mit meinen Kunden. Gemeinsam wählen wir die perfekte Location, die Farben und die Stimmung, die die Bilder haben sollten. Leyas und Nalas Frauchen ist eigentlich ein Küstenkind und so stand schnell die Kulisse unseres Shootings fest. Es zog uns an den Zöbigker Hafen des Cospudener Sees. Am Tag des Shootings war es eisekalt, es nieselte und es war so stürmisch, dass ich kurz davor war das Shooting abzusagen. Aber Christin fühlte sich mit dem Wetter recht heimisch und so fand das Shooting statt. Haare flogen, die Wellen peitschten an den Strand, aber Nala und Leya strahlten gemeinsam mit Frauchen, Herrchen und deren kleinem Söhnchen um die Wette. Belohnt wurden wir für unsere Standhaftigkeit mit einem dramatischen Himmel und einzigartig nordisch anmutenden Bildern :).

 

 

Feedback und Ergebnisse vom Rudelfotografieworkshop

Feedback und Ergebnisse vom Rudelfotografieworkshop

Als ich vor 5 Jahren anfing gezielt Hund und Mensch zu fotografieren, hatte ich ja keine Ahnung, wohin diese Reise gehen wird, aber ich wusste von Anfang an, dass diese Bilder, die ich fortan „Rudelbilder“ taufte etwas besonderes waren. Im Laufe der Jahre ist die Rudelfotografie klammheimlich zu meinem Spezialgebiet geworden und als ich begann Coachings und Workshops anzubieten, wurde der Wunsch lauter, dass ich genau dieses Thema in einem separaten Workshop behandle.

Mittlerweile habe ich mein geballtes Wissen zum Thema „Hund und Mensch vor der Kamera“ in einen zweitägigen Workshop gepackt und im März saß ein Kurs, der aus 100% Mädels, 100% Ehrgeiz und 100% Eiseskälte bestand vor mir und lauschte meinen Worten. Eiseskälte, weil zuvor die Heizung in meinem schnuckeligen Büro ausgefallen war. Kurzerhand kuschelten sich die Mädels unter eine Decke und ich versuchte den alten Kachelofen anzufeuern. Irgendwas geht eben immer schief und dieser Workshop geht wohl in die Geschichte ein, als der, bei dem am meisten schiefging :D. Aber mit heißen Getränken und der ansteckend guten Laune der Mädels wurden es zwei tolle Tage und gemeinsam meisterten wir jede noch so schwierige Situation. Geballte Frauenpower eben. 

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Theorie. Meine Powerpoint-Presentation war mit allerhand Bildbeispielen gespickt, damit die Theorie auch sofort dem Realitätscheck unterzogen werden konnte. Von der Shootingvorbereitung, über magische Dreiecke bis zum Umgang mit schwierigen Hunden, lernten meine Kursteilnehmer alles, was sie wissen mussten, um dann am Nachmittag hochmotiviert mit mir zum ersten Shooting zu starten.

Uns erwartete Energiebündel Neo mit Frauchen und Herrchen. Trotz viel Sonne, war es an diesem Samstag im März eisekalt und wir bibberten mit unserem Modellen um die Wette. Neben vielen schönen Rudelmomenten widmeten wir uns auch der Actionfotografie, da Neo einfach ein unermüdlicher Speedjunkie war und meine Teilnehmer im Bereich der Actionfotografie noch hier und da Schwachstellen hatten. Wir warteten unermüdlich, bis die harte Wintersonne uns endlich gnädig war und so tief stand, dass sie alles in ein magisches Licht tauchte. Das Frieren hatte sich definitiv gelohnt.

Hier ein paar Ergebnisse unseres ersten Shootings.

Am nächsten Tag widmeten wir uns ganz der Shootingnachbereitung. Vom Workflow übers Dateimanagement bis zur Königsdisziplin Bildbearbeitung. Ich sah immer wieder große Glühbirnen über den Köpfen aufblitzen, aber ich glaube ich muss mich an dieser Stelle auch nochmal für die Kopfschmerzen  entschuldigen, die ich meinen Teilnehmern gemacht habe :D.

Bei unserem zweiten Shooting passte einfach alles. Es war viel wärmer, als am Tag davor, das Licht war perfekt und unsere Modelle waren wirklich einmalig. Amy, Tanja und Patrick waren ein so tolles Team und für jeden Spaß zu haben.

Es war ein so schönes Wochenende und ich bin ganz stolz auf tollen die Ergebnisse, die meine Teilnehmer mir bislang gezeigt haben. Alle konnten das Gelernte mittlerweile selbst in neuen Shootings umsetzen und in unserer Facebook-Gruppe herrscht ein reger Austausch.

Feedback meiner Teilnehmer:

Janine Voigt

www.janine-voigt-photographie.de
Facebook: facebook/J.VoigtPhotographie

Liebste Mareike,
ich danke dir, für diesen unfassbar tollen „Emotionen Pur – Rudelfotografie“ Workshop.
Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt und es war mir eine große Freude, dir nicht nur beim arbeiten zu zusehen sondern mit dir gemeinsam zu arbeiten. Auch wenn ich zu dir kam, um von dir zu lernen, begegnetest du uns allen auf Augenhöhe und teiltest dein Wissen so bereitwillig und authentisch. Fragen außerhalb des Themas waren kein Problem, du gingst auf das Thema ein und verlorst dabei dennoch nicht den roten Faden aus den Augen. Auch unser etwas längerer Ausflug in ein workshopfremdes Thema behandeltest du mit uns, nachdem du dich versichert hast, dass es für alle in Ordnung ist.  Diese Rücksicht habe ich den gesamten Workshop über von dir wahrgenommen und sehr geschätzt.

Du verlierst keinen deiner Teilnehmer aus den Augen und vergewisserst dich, dass jeder sein Bild bekommt und keine offenen Fragen bleiben. Der spannende und sehr umfangreiche Theorie-Teil war alles andere als langweilig oder langatmig. Die Zeit verging wie im Fluge. Gleichzeitig hast du schwierige Themen mit dem richtigen Grad an Ernsthaftigkeit und Lockerheit vermittelt und konntest mir so einige Lösungswege aufzeigen die es nun nur noch zu üben gilt. Kaum war die Theorie vorüber hast du nicht lang gefackelt und uns sogleich mitgenommen um eben
gelerntes praktisch zu sehen und umzusetzen.

Bei diesem Workshop, lief nicht alles wie es geplant war. Ich bewundere noch immer deine Offenheit in dieser Angelegenheit, danke dafür! Dir wurden so einige Steine in den Weg gelegt und dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass ich einen Nachteil davon hatte. Ganz im Gegenteil, ich empfand es als äußerst bereichernd, zu sehen, wie du mit diesen Situationen umgehst. So konnte ich noch mehr für mich mitnehmen.

Ich freue mich auf vielen weiteren Input von dir, dies wird nicht mein letzter Besuch bei dir gewesen sein.
Ich danke dir von Herzen, dass du mir die Angst vor Rudelbildern genommen und mir neue Sichtweisen
aufgezeigt hast.

Liebste Grüße und lass es rocken
deine Janine

Maike Glöckner

Facebook: facebook/Zuckerschnuten.de

Liebe Mareike,
zwei wundervolle Tage Rudelworkshop liegen nun hinter mir und somit ein riesiger Haufen Bilder vor mir.
Nun heißt es dein vermitteltes Wissen in traumhaft schöne Fotos umzuwandeln.
Ich möchte dir danken für deine Geduld und deine Art und Weise mit Hund und Mensch um zu gehen und die wirklich tollen kleinen Sachen vor und nach dem Workshop. 

Danke, Danke, Danke und der nächste Workshop kommt bestimmt! 🙂

Liebe Grüße Maike

Noch mehr Workshops???

2018 wird es noch 2 weitere Workshops zum Thema Rudelfotografie geben. Vielleicht sehen wir uns ja dort :).
Alle Infos und den Link zur Anmeldung findet ihr hier:

[tg_button href=“workshop-hundefotografie-emotionen-pur“ align=“center“] „Emotionen Pur“ – Der Rudelfotografie-Workshop  [/tg_button]

Ich möchte mich von Herzen bei meinen super tollen Workshopteilnehmern bedanken!

v.l.n.r.: Maike, Petra, ich, Franziska, Janine

Stella – alles aber kein Kampfhund! | Hundefotografie Leipzig

Stella – alles aber kein Kampfhund! | Hundefotografie Leipzig

Ich bin kein Freund von Klischees und Schubladen. Ich denke frei und lege viel Wert darauf Dinge zu hinterfragen und mir ein eigenes Bild zu machen. Und genau das verschafft mir die Möglichkeit über den Tellerrand hinauszublicken und wunderbares zu finden. Wenn ich das Wort „Kampfhund“ oder „Listenhund“ höre, dann sträubt sich in mir alles. Hunde zu klassifizieren ist das eine, aber sie abzustempeln und vorzuverurteilen etwas ganz anderes. Ich halte nichts davon und jeder „Kampfhund“, den ich kennenlerne beweist mir, dass diese Tiere so viel mehr sind als das, was der Mensch ihnen zu unterstellen versucht.

Stella ist wunderbar. Sie ist eine so zarte und liebevolle Hündin, einfach eine Seele von Hund. Sie liebt und vergöttert ihr Frauchen und die beiden haben eine so enge Bindung, dass man sie fast greifen kann und das obwohl Stella aus dem Tierheim stammt und in ihrem früheren Leben nicht viel Gutes erfahren hat. Stella ist alles, aber kein Kampfhund und als diese Bilder entstanden, verliebte ich mich zum zweiten Mal in sie. Ich lernte Stella und ihr Frauchen bereits vor vielen Jahren kennen, damals fotografierte ich die beiden im Winter. Es lag Schnee, der in der Sonne glitzerte und der Himmel war strahlendblau! (*Ein Klick und ihr landet auf meiner Facebookseite in der Vergangenheit, genauer gesagt im Jahr 2013 und seht Stella über den Schnee fliegen).

Und auch wenn die Bilder von damals wunderschön waren, so keimte in Stellas Frauchen nach und nach der Wunsch auch Bilder im Sommer, ohne Schnee von Stella zu haben. Ich freute mich wie ein Schneekönig (was für ein Wortwitz 😉 ), als ich erneut die Chance bekam Bilder für die beiden zu machen. Diesmal sollte alles anders werden: Sommer, See und Sonnenschein!! Wir trafen uns früh am Morgen, kurz nach Sonnenaufgang am See und Stella war Feuer und Flamme! Als Hundefotografin lernt man ja viele Hundetypen kennen, aber diese Maus ist eindeutig das, was man als Traummodell bezeichnen kann. So geduldig, für jeden Spaß zu haben und einfach unfassbar gut erzogen. Hier muss man wirklich mal ein ganz großes Lob an Stellas Frauchen aussprechen! Stella hätte es nirgendwo besser haben können, als in ihrer kleinen Familie!

Wir gingen fast 2 Stunden am See spazieren, schwatzten über Gott und die Welt und stoppten hier und da für ein paar Fotos, es war ein entspanntes Shooting und ich finde das sieht man auch in den Bildern. Stella war glücklich, entdeckte die Natur, flitzte wie eine Turbobiene durchs Wasser und freute sich, wenn sie das ein oder andere Kunststück präsentieren durfte.

Otis und der Regenbogen | Ein ganz besonderes Rudelshooting

Otis und der Regenbogen | Ein ganz besonderes Rudelshooting

Ich lüge nicht, wenn ich sage, dass ich dieses Shooting wohl niemals vergessen werde. Mein Tag mit Michelle und Otis zählt definitiv zu den schönsten Momenten meiner Karriere. Aber warum war dieser Tag so besonders? Nunja… zum einen ist Otis ein Weißer Schweizer Schäferhund und damit für mich quasi ein Heimspiel. Aber Otis ist nicht nur irgend ein Weißer … ich kenne dieses Kerlchen schon seit seiner Geburt, wenn auch nur virtuell. Michelle und ich haben uns vor über 7 Jahren in einem Forum für Weiße Schweizer Schäferhunde kennengelernt. Damals war sie noch auf der Suche nach einem Züchter und ich hatte gerade meine erste Hündin bekommen. Gemeinsam tauschten wir uns über die Züchtersuche, die Zeit des Wartens und schlussendlich auch die Welpenzeit aus, posteten Fotos und Videos unserer Mäuse und ich hatte das Gefühl Michelle schon ewig zu kennen. Wir blieben immer in Kontakt, Michelle war quasi Fan der ersten Stunde und schrieb ganz oft, dass sie Otis auch irgendwann einmal von mir fotografieren lassen möchte. Die Jahre vergingen, aus dem kleinen Kerl wurde ein stattlicher Rüde, der die perfekte Mischung aus seinen Eltern ist. Als wir dann endlich Nägel mit Köpfen machten und das Shooting planten konnte ich es kaum erwarten Michelle endlich persönlich kennenzulernen und ich wurde nicht enttäuscht. Sie war genauso lustig und herzlich, wie sie all die Jahre auch geschrieben hatte. Eines hatte sie sich in den Kopf gesetzt: Ihre absolute Traumlocation war der große Steg am See und so gehorchte ich und wir trafen uns dort.

Auf dem Weg zum See nutzten wir das Herbstlaub, um farbenfrohe Bilder von Otis zu machen. Ich war von Anfang an verliebt in seine Flusen an den Ohren. Die haben Schäferhunde als Welpen und irgendwann fallen sie aus. Otis hat seine Flusen immer noch und das ist auch irgendwie bezeichnend, denn er ist nach wie vor ein richtiger kleiner Lausbub mit so viel Charme. Lange konnten wir ihn nicht vom Wasser fernhalten, er behauptete felsenfest, dass er einen so tollen See noch niiiiiieeemals gesehen hätte und stand auf einmal im Wasser. Die Mimik dieses Hundes ist einfach umwerfend, innerhalb weniger Sekunden vom verschmitzen Jüngling zum stattlich, eleganten Rüden und wieder zurück, selbst nach dem Shooting, als ich die Bilder anschaute war ich beeindruckt wie facettenreich er ist. Und während Michelle, Otis und ich uns auf den Weg zum Bootssteg machten änderte sich das Wetter schlagartig. Eben war noch strahlender Sonnenschein und auf einmal fielen dicke Regentropfen vom Himmel. Sofort schossen tausend Gedanken in meinen Kopf: „Was ist, wenn wir verschieben müssen?“ „Die zwei bleiben nur eine Nacht in Leipzig.“ „Gibt es noch eine andere Location, an der es nicht regnet?“ und während ich noch den Notfallplan ausheckte, schien plötzlich wieder die Sonne. Also tief durchatmen und weitergehen. Bis zum Bootssteg war es schließlich nicht mehr weit und ich wollte um jeden Preis Michelles Wunschbilder festhalten, ob mit grauen Regenwolken oder nicht. Und schon goss es wieder und die Sonne schien und dann tropfte es wieder und ganz plötzlich waren sie da… Die schönsten Regenbögen überhaupt. Ja richtig gelesen… RegenBÖGEN! Zwei wunderschöne Halbkreise durchzogen übereinander den Himmel und es war einfach nur magisch. Ich war der festen Überzeugung, dass dieses Naturschauspiel in wenigen Sekunden vorbei sein würde und so mussten sich Michelle und Otis an Ort und Stelle in die Pampa hocken, sie noch mit ihrem Regenmantel und er wusste gar nicht wie ihm geschah. Ich wollte einfach nur ein Foto mit Regenbogen, um jeden Preis! Als ich registrierte, dass ich dieses im Kasten habe und die Regenbögen noch immer am Himmel standen, platzte es aus mir raus: „Michelle!!! LAAAUUF!!!!! Wenn wir es bis zum Bootssteg schaffen, wenn der Regenbogen noch da ist, dann wird das unglaublich!“. Und Michelle lief. Zu dritt rannten wir querfeldein durchs hohe Gras und schafften es tatsächlich rechtzeitig zum Bootssteg. Es war einfach unbeschreiblich. Ich konnte den Finger gar nicht vom Auslöser lassen und obwohl Michelle noch ganz außer Atem war, schaffte sie es Ruhe auszustrahlen und Otis zum Kuscheln zu bewegen. Der Regen kam nicht mehr zurück. Wir blieben bis zum Sonnenuntergang am Bootssteg und es bot sich uns ein unglaublich dramatischer Himmel. Der perfekte Abschluss eines unvergesslichen Shootings.

Als Michelle am nächsten Tag mit ihrem Otis zu mir ins Atelier kam, um ihre Bilder auszusuchen wusste ich bereits, dass diese Bilder einfach umwerfend geworden sind und konnte es kaum erwarten sie ihr zu zeigen. Es flossen Freudentränchen und wir lachten viel, während wir die Bilder durchschauten. Michelle entschied sich für eine große Wandgalerie und ein Dreierset aus runden Leinwänden und so haben diese besonderen Bilder nun ihren Platz in ihrem Zuhause gefunden.